Referenten

Prof. Dr. Raimund Vogels

Mein Thema

Musikkulturen im Dialog

21.11.2016, 11:00-13:00 Uhr

Fröhliche neue Ohren! – das Interesse an musikalischer Inspiration durch „andere“ Kulturen ist auch im Bereich des (Kinder-)Musiktheaters groß. Es macht Spaß, die kompositorischen, musikalischen und produktionsprozessualen Traditionen und Arbeitsweisen anderer Kulturkreise kennenzulernen. Allzu rasch aber tritt man in die „Exotismusfalle“. Und so besteht die Herausforderung nicht zuletzt darin, ein Bewusstsein für die eigene kulturelle Bedingtheit zu entwickeln und (auch positive) Stereotype zu erkennen. Ziel ist es, theoretisch und praktisch nötige interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln und so die Grundlage zu schaffen, um gemeinsam wirklich neue künstlerische Wege beschreiten zu können.

Nach einer spielerischen Heranführung an die Thematik am Beginn des Workshopmoduls folgt eine musikethnologische Einführung in die musikalischen Unterschiede verschiedener Kulturräume durch Prof. Dr. Raimund Vogels, Direktor das Center for World Music (CWM) der Stiftung Universität Hildesheim. Ulrich Lenz, Chefdramaturg der Komischen Oper Berlin wird gemeinsam mit Anne-Kathrin Ostrop, Leiterin der Musiktheaterpädadogik desselben Hauses, Beispiele aus der Musiktheater-Praxis vorstellen und Mustafa Akça, Leiter des interkulturellen Projekts „Selam Opera“ gemeinsam mit Dramaturgin Johanna Wall an einem Beispiel aus der Praxis zeigen, was für (lustige) Fallstricke der interkulturelle musikalische Dialog bereithalten kann. Im zweiten Teil des Workshops werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten musikalischer Strukturen unterschiedlicher kultureller Herkunft und künstlerische Produktionsweisen praktisch erschlossen.

Der Experimentierraum richtet sich in erster Linie an Komponist*innen, Dramaturg*innen, Theaterschaffende, (Musik-)Theaterpädagog*innen.

Über mich

Raimund Vogels studierte Musikwissenschaft in Köln, Legon (Ghana) und Berlin, wo er 1987 mit einer Dissertation über die Frauengesänge der Dagaaba im Nordwesten Ghanas promovierte. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Musikethnologischen Abteilung des Berliner Völkerkundemuseums in Nigeria mit dem Aufbau eines Musikarchivs an der University of Maiduguri befasst. Neben seiner folgenden Tätigkeit als Referent für Öffentlichkeitsarbeit am Linden-Museum Stuttgart, Staatliches Museum für Völkerkunde, setzte er seine Forschungen im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 268 “Kulturentwicklung und Sprachgeschichte im Naturraum Westafrikanische Savanne” der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Goethe Universität Frankfurt/Main fort. Nach einer fünfjährigen Assistenzzeit am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Köln, habilitierte er über die Musik an den islamischen Herrscherhöfen im Nordosten Nigerias.

Ab 2001 wurde Raimund Vogels als Professor für Musikethnologie an die Hochschule für Musik und Theater Hannover berufen, das er bis 2010 leitete. Im Jahr 2008 wurde ihm der Niedersächsische Wissenschaftspreis für seine Bemühungen für das Fach Musikethnologie zuerkannt. Seit 2011 ist er als Leiter des Center for World Music (CVM) der Stiftung Universität Hildesheim tätig.