Referenten

Mustafa Akça

Mein Thema

Musikkulturen im Dialog

21.11.2016, 11:00-13:00 Uhr

Fröhliche neue Ohren! – das Interesse an musikalischer Inspiration durch „andere“ Kulturen ist auch im Bereich des (Kinder-)Musiktheaters groß. Es macht Spaß, die kompositorischen, musikalischen und produktionsprozessualen Traditionen und Arbeitsweisen anderer Kulturkreise kennenzulernen. Allzu rasch aber tritt man in die „Exotismusfalle“. Und so besteht die Herausforderung nicht zuletzt darin, ein Bewusstsein für die eigene kulturelle Bedingtheit zu entwickeln und (auch positive) Stereotype zu erkennen. Ziel ist es, theoretisch und praktisch nötige interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln und so die Grundlage zu schaffen, um gemeinsam wirklich neue künstlerische Wege beschreiten zu können.

Nach einer spielerischen Heranführung an die Thematik am Beginn des Workshopmoduls folgt eine musikethnologische Einführung in die musikalischen Unterschiede verschiedener Kulturräume durch Prof. Dr. Raimund Vogels, Direktor das Center for World Music (CWM) der Stiftung Universität Hildesheim. Ulrich Lenz, Chefdramaturg der Komischen Oper Berlin wird gemeinsam mit Anne-Kathrin Ostrop, Leiterin der Musiktheaterpädadogik desselben Hauses, Beispiele aus der Musiktheater-Praxis vorstellen und Mustafa Akça, Leiter des interkulturellen Projekts „Selam Opera“ gemeinsam mit Dramaturgin Johanna Wall an einem Beispiel aus der Praxis zeigen, was für (lustige) Fallstricke der interkulturelle musikalische Dialog bereithalten kann. Im zweiten Teil des Workshops werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten musikalischer Strukturen unterschiedlicher kultureller Herkunft und künstlerische Produktionsweisen praktisch erschlossen.

Der Experimentierraum richtet sich in erster Linie an Komponist*innen, Dramaturg*innen, Theaterschaffende, (Musik-)Theaterpädagog*innen.

Über mich

Mustafa Akça wurde in Berlin-Kreuzberg geboren. Nach einer handwerklichen Ausbildung nahm er Unterricht in Schauspiel und Moderation. Als Entertainer auf dem Clubschiff „AIDA“ war er auf den Weltmeeren unterwegs. Zwischen 2004 und 2011 arbeitete Mustafa Akça als Quartiersmanageri Berlin, wo er interkulturelle und generationenübergreifende Projekte initiierte. Seit 2011 leitet Mustafa Akça das Projekt »Selam Opera!« an der Komischen Oper Berlin. Das von ihm konzipierte Projekt spricht verstärkt Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen an. Ziel ist es sie für das zeitgemäße Musiktheater zu begeistern sowie die Komische Oper Berlin interkulturell zu öffnen und zu sensibilisieren. Als interkultureller Coach berät er regelmäßig Kultureinrichtungen und gemeinnützige Organisationen. Seit 2014 ist Mustafa Akça Juryvorsitzender der größten interkulturellen öffentlichen Veranstaltung in Deutschland »Karneval der Kulturen«. In seiner Freizeit engagiert er sich für Kinder- und Jugendinitiativen, wie das Straßenfußballprojekt »Berlin Bolzt«.